Toleranzrechner

Der Toleranz- und Passungsrechner bestimmt Mindest- und Höchstmaß, oberes und unteres Abmaß sowie die Toleranzbreite. Zusätzlich berechnet er Spiel oder Übermaß für eine Passung von Bohrung und Welle.

Das Werkzeug unterstützt manuell eingegebene Toleranzen sowie ausgewählte ISO-Toleranzfelder wie H7, h6, g6, k6 und p6. Die Ergebnisse werden in Millimetern und Mikrometern ausgegeben.

Toleranz- und Passungsrechner

Berechnen Sie Grenzmaße, Abmaße sowie Spiel oder Übermaß für manuell eingegebene Toleranzen und ausgewählte ISO-Toleranzfelder von Bohrungen und Wellen.

Der Rechner ermittelt Grenzmaße sowie Spiel oder Übermaß für Maßtoleranzen und ausgewählte Toleranzklassen nach ISO 286. Er berechnet keine geometrischen Toleranzen oder Maßketten und wählt keine Passung für eine konkrete Belastung oder Betriebsbedingung aus.
Wählen Sie die Berechnung einzelner Grenzmaße oder die Analyse einer Bohrungs-Wellen-Passung.
Wählen Sie die Form der Eingabedaten.
Für den gewählten Modus nicht erforderlich.
Grundwert des Maßes. Bereich: 0,001–100000 mm.
Abmaß vom Nennmaß in beide Richtungen.
Für die gewählte Variante nicht erforderlich.
Die Eingabe ±0,02 mm bedeutet ein Abmaß von 0,02 mm in beide Richtungen und eine gesamte Toleranzbreite von 0,04 mm.

Berechnungsergebnis

49,98–50,02 mm Zulässiger Maßbereich
49,98 mm Mindestmaß
50,02 mm Höchstmaß
0,04 mm Toleranzbreite 40 µm
-0,02 / +0,02 mm Unteres / oberes Abmaß -20 / +20 µm
Das Maß 50 ±0,02 mm darf zwischen 49,98 und 50,02 mm liegen. Die gesamte Toleranzbreite beträgt 0,04 mm.

Wie werden Grenzmaße berechnet?

Das Nennmaß ist der Ausgangswert einer Bemaßung. Die zulässigen Grenzmaße ergeben sich aus dem oberen und unteren Abmaß:

D_{max}=D_N+ES

D_{min}=D_N+EI

Die gesamte Toleranzbreite ist die Differenz zwischen Höchstmaß und Mindestmaß:

T=D_{max}-D_{min}=ES-EI

Bei einem Nennmaß von 50 mm mit einem oberen Abmaß von +0,03 mm und einem unteren Abmaß von -0,01 mm liegt der zulässige Bereich zwischen 49,99 und 50,03 mm. Die Toleranzbreite beträgt 0,04 mm beziehungsweise 40 µm.

Symmetrische Toleranz mit ±

Die Angabe 50 ±0,02 mm erlaubt eine Abweichung von 0,02 mm in beide Richtungen:

D_{min}=50-0{,}02=49{,}98\ \mathrm{mm}

D_{max}=50+0{,}02=50{,}02\ \mathrm{mm}

Die Zahl 0,02 mm beschreibt das Abmaß in einer Richtung. Die gesamte Toleranzbreite beträgt 0,04 mm.

Was bedeuten H7, h6 und g6?

Eine ISO-Toleranzklasse besteht aus einem Buchstaben und einer Zahl. Der Buchstabe beschreibt die Lage des Toleranzfelds zur Nulllinie, die Zahl den IT-Grad und damit die Breite des Felds.

BezeichnungBedeutung
Großbuchstabe, zum Beispiel H7Toleranzfeld einer Bohrung
Kleinbuchstabe, zum Beispiel h6 oder g6Toleranzfeld einer Welle
HUnteres Abmaß der Bohrung ist null
hOberes Abmaß der Welle ist null
IT5, IT6, IT7 usw.Niedrigere Zahl bedeutet ein schmaleres Toleranzfeld

H7 bezeichnet keinen festen Wert in Millimetern. Die Grenzabmaße hängen vom Nennmaßbereich ab. Eine Bohrung Ø20 H7 besitzt daher andere absolute Grenzmaße als eine Bohrung Ø200 H7.

Wie werden Spiel und Übermaß berechnet?

Bei einer Passung werden Bohrung und Welle mit demselben Nennmaß betrachtet. Das Mindestspiel entsteht aus der kleinsten Bohrung und der größten Welle. Das Höchstspiel entsteht aus der größten Bohrung und der kleinsten Welle:

S_{min}=D_{min}-d_{max}

S_{max}=D_{max}-d_{min}

Spielpassung, Übergangspassung und Übermaßpassung

PassungsartBedingungMöglicher Zustand
SpielpassungMindestspiel ist größer oder gleich nullDie Welle ist stets kleiner als die Bohrung
ÜbergangspassungDer Bereich enthält positive und negative WerteJe nach Istmaß entsteht Spiel oder Übermaß
ÜbermaßpassungHöchstspiel ist kleiner oder gleich nullDie Welle ist stets größer als die Bohrung

System Einheitsbohrung und Einheitswelle

Beim System Einheitsbohrung wird häufig eine Bohrung H verwendet. Ihr unteres Abmaß ist null. Die gewünschte Passungsart entsteht durch die Wahl des Toleranzfelds der Welle. Beim System Einheitswelle wird entsprechend eine Welle h als Bezug verwendet.

H7/g6 ergibt typischerweise eine Spielpassung, H7/k6 häufig eine Übergangspassung und H7/p6 eine Übermaßpassung. Die konkreten Werte hängen immer vom Nennmaß ab.

Maßtoleranz und geometrische Toleranz

Eine korrekte Maßtoleranz garantiert noch keine korrekte Form oder Lage. Eine Bohrung kann innerhalb der zulässigen Durchmessergrenzen liegen und dennoch oval, versetzt oder schief sein. Geradheit, Ebenheit, Rundheit, Zylindrizität, Parallelität, Rechtwinkligkeit, Position und Rundlauf gehören zu den geometrischen Toleranzen und werden von diesem Rechner nicht bestimmt.

Maßtoleranz und Oberflächenrauheit

Maßtoleranz und Oberflächenrauheit beschreiben unterschiedliche Eigenschaften. Ein Durchmesser kann innerhalb der Grenzmaße liegen, während die Oberfläche für eine Dichtung, ein Lager oder eine Gleitbuchse dennoch ungeeignet ist. Parameter wie Ra und Rz müssen getrennt betrachtet werden.

Wie genau müssen tolerierte Maße gemessen werden?

Das Messmittel muss eine zur Toleranz passende Auflösung und Messunsicherheit besitzen. Ein Messschieber mit einer Ablesung von 0,02 mm ist für die zuverlässige Prüfung eines nur wenige Mikrometer breiten Toleranzfelds nicht ausreichend.

Für präzise Außendurchmesser werden häufig Bügelmessschrauben verwendet. Bohrungen können mit Innenmessgeräten, Innenmikrometern oder Grenzlehrdornen geprüft werden. Bei engen Toleranzen beeinflussen auch Temperatur, Messkraft, Sauberkeit und Messstelle das Ergebnis. Als geometrische Bezugstemperatur gilt 20 °C.

Warum wählt der Rechner keine Passung aus?

Der Rechner zeigt die Folgen einer gewählten Kombination wie H7/g6 oder H7/p6. Er entscheidet jedoch nicht, welche Passung für ein Lager, eine Buchse, eine Nabe oder eine Pressverbindung geeignet ist. Dafür müssen Belastung, Werkstoff, Fügelänge, Temperatur, Schmierung, Montageverfahren und gewünschte Beweglichkeit berücksichtigt werden.

Grenzen des Rechners

Diese Version unterstützt ausgewählte ISO-Toleranzklassen im Nennmaßbereich von 1 bis 500 mm. Sie berechnet keine Maßketten, geometrischen Toleranzen, Messunsicherheit oder Prozessfähigkeitskennwerte wie Cp und Cpk. Für Fertigungsfreigaben, Prüfpläne und verbindliche Zeichnungen sind die aktuelle Normausgabe sowie die betriebliche Dokumentation maßgebend.

Häufige Fehler bei Toleranzen und Passungen

  • ±0,02 mm wird fälschlich als gesamte Toleranzbreite von 0,02 mm gelesen.
  • Nennmaß und tatsächliches Istmaß werden verwechselt.
  • Oberes und unteres Abmaß werden vertauscht.
  • Groß- und Kleinschreibung von H7 und h7 wird ignoriert.
  • H7 wird als fester Wert unabhängig vom Nennmaß behandelt.
  • Spiel und Übermaß werden verwechselt.
  • Eine Passung wird ohne Berücksichtigung von Temperatur und Werkstoff ausgewählt.
  • Ein enges Toleranzfeld wird mit einem ungeeigneten Messmittel geprüft.
  • Maßtoleranz und geometrische Toleranz werden gleichgesetzt.
  • Beschichtungen oder galvanische Schichten werden bei der Passung nicht berücksichtigt.